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Wedding Dress #4: Interview mit Darryl Natale
From: Ariane Stippa   262 days 18 hours 17 minutes ago
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1. Herr Natale, Sie sind der Gründer des Street-Style Blogs „Streetclash“ und arbeiten als Fotograf für Stil in Berlin. Wie schon im letzten Jahr haben Sie für die Streetstyle-Fashionshow  bei Wedding Dress #4 die Models gecastet. Was für eine Modenschau dürfen wir erwarten?
In dieser Modenschau werden die originellsten Styles, welche Berlins Straßen zu bieten hat, gezeigt. Diese Show ist eine Kollektion an best-dressed People von Berlin und ich werde sie in ihren eigenen Klamotten über den Catwalk laufen lassen.

2. Die Models haben sie direkt von der Straße gecastet. Welche Kriterien waren bei der Wahl der Models ausschlaggebend?
Ich scoute nach ganz simplen Kriterien. Ich suche nur nach Persönlichkeiten, die einen ganz individuellen Stil von Kopf bis Fuß haben. Die Models in dieser Show zeigen Looks die ganz unique für Berlin sind.
 
3. Warum haben Sie gerade die Straße für das Casting Ihrer Models gewählt?
In dieser Show wird nicht nur Mode gezeigt, wie sonst üblich auf der Mercedes Benz und B&B. Das Interesse liegt viel tiefer, nämlich in der Art “wie” und von “wem” die Sachen getragen werden.

4. Wie sind die Reaktionen der Menschen die Sie für eine Teilnahme an der Show ansprechen?
Die sind in der Regel ein bisschen überrascht; aber immer im positiven Sinne. Sie fühlen sich geehrt, dass es Personen gibt, die ihren Style verstehen.
 
5. Sind „Straßenmodels“ überhaupt für den Catwalk geeignet?
Das wichtigste an einem Runway Model Job ist Selbstsicherheit. Die Personen, die ich anfrage haben eine überzeugende Persönlichkeit und sind sehr selbstbewusst.
 
6. Was macht den besonderen Reiz von Wedding Dress - im Gegensatz zu großen Fashion-Events wie der Bread & Butter und Fashion Week - aus?
Im Gegensatz zur Bread & Butter und Fashion Week ist Wedding Dress weniger an der Modeindustrie orientiert, sondern mehr am Endverbraucher. Die Designer, die bei Wedding Dress #4 ausstellen, sind daran interessiert ihre Kollektion direkt dem “Fashion-Volk” vorzustellen.
 
7. Seit Kurzem arbeiten Sie auch für „Stil in Berlin“, einem bekannten Fashion-Blog. Was genau ist ein Fashion-Blog und wie sieht Ihre Arbeit dort aus?
Stil in Berlin war einer der ersten Blogs und ist jetzt eines der erfolgreichsten Street Style Blogs der Welt. Das Ziel dieses Blogs ist einfach den Berliner Style zu dokumentieren. Mein Job dort ist eine Zusammenarbeit mit Mary Scherpe, einer der Urheber des Projekts. Ich fotografiere Menschen in ihren persönlichen Styles auf der Straße, aber auch bei den Fashion Weeks in ganz Europa.
 
8. Warum sind Fashion-Blogs heutzutage so angesagt?        
Blogging ist einfach nur der nächste Schritt zum Print. Leute lesen seit Jahrzehnten Modemagazine. Blogs sind viel umfangreicher als Prints, denn sie erlauben jedem, der einen Rechner hat, direkt zu einer Sache Stellung zu nehmen und sich in die Materie einzubinden.
 
9. Welchen Stellenwert hat Berlin als Modestadt? Gibt es einen bestimmten Stil, der nur in Berlin und nirgendwo anders zu finden ist?
Selbstverständlich! Aber nicht im altherkömmlichen Sinn. Berlin wird nie eine Modestadt wir Paris, NY oder Mailand sein, aber sie wird immer ihren ganz speziellen Modecharakter haben. Die Berliner sind keine Victims wie Menschen in anderen Städten und die Modeszene hier ist viel offener für In- und Output als in manch anderer Modestadt. Es gibt den Berliner Stil. Der ist jedoch nicht wirklich erklärbar. Dafür gibt es in Berlin einfach zu viele verschiedene Stilrichtungen, um sie zu deklarieren. Der ganz spezifische Berliner Style ist der Mix an Styles und das ist was den Stil in Berlin so speziell macht.
 
10. Veranstalter von Wedding Dress ist die degewo, das größte kommunale Wohnungsunternehmen in Berlin. Ein Wohnungsvermieter kümmert sich um Mode. Wie passt das für Sie zusammen?
Der Wedding ist sicherlich nicht der Hotspot der Fashion Area in Berlin, jedoch beobachtet die degewo wie schnell sich Berlin verändert und tut gut daran, den Wedding als mögliche neue Area für Fashion, Kunst und Lifestyle hervorzuheben. Anstatt weiter in “Mitte” zu investieren – ein Stadtteil, der sehr teuer und für junge Designer und Künstler unerschwinglich ist – stellt die degewo einen Bereich zur Verfügung, der sicherlich die nächsten Jahre ein äußert attraktiver Stadtteil sein wird. Und das auch im Gegensatz zu “Mitte”, ein Stadtteil der bereits völlig übersättigt und overprized ist.
 



 
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